Kiel/Neumünster (epd). Die evangelischen Kirchenkreise Kiel und Neumünster lehnen bei Gründung einer "Nordkirche" die Verlegung des derzeitigen nordelbischen Kirchenamts von Kiel nach Lübeck ab. Auch der vorgesehene Umzug eines im kommenden Jahr zu wählenden Landesbischofs von Kiel nach Lübeck mit Predigtstätte im Dom sei "nicht zustimmungsfähig". Das geht aus einem Beschluss beider Kirchenkreissynoden hervor, der am jüngst von rund 130 Synodenmitgliedern verabschiedet wurde.

Beide regionalen Kirchenparlamente haben zudem dem Fusionsvertrag für den Großkirchenkreis "Altholstein" mit rund 240.000 evangelischen Christen zugestimmt. Zum 1. Mai 2009 werden demnach Kiel und Neumünster fusionieren. Im Zuge des nordelbischen Reformprozesses sollen aus den derzeit 27 Kirchenkreisen in Schleswig-Holstein und Hamburg elf Verwaltungseinheiten werden. Zum Reformwerk gehört auch das neue Amt eines Landesbischofs.

Die Kirchenkreise waren im Juli vom damaligen Schleswiger Bischof Hans Christian Knuth aufgefordert worden, eine Stellungnahme zum "Nordkirchen"-Fusionsvertrag zu verfassen. Die Fusion der evangelischen Landeskirchen von Nordelbien, Mecklenburg und Pommern mit insgesamt 2,4 Millionen Mitgliedern wird derzeit in Schleswig-Holstein und Hamburg kontrovers diskutiert. Im März 2009 soll der Vertrag von den drei Landessynoden beschlossen werden.

Die Kirchenkreise Kiel und Neumünster lehnen es ab, dass nach derzeitigen Plänen Kiel die einzige Landeshauptstadt auf dem Gebiet der "Nordkirche" wäre, in der die neue Kirche "dann weder durch ihre Verwaltung noch durch ein bischöfliches Amt vertreten ist".